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Geschichte Brüssels

Brüssel ist noch gar nicht so lange Zeit die Hauptstadt von Belgien, genaugenommen erst seit 170 Jahren. Damals spaltete sich Belgien von den Niederlanden ab und wurde selbstständig. Die Geschichte Brüssels ist geprägt von einer sehr unsteten Geschichte und dem ständig Wechsel von habsburgischer, französischer und niederländischer Herrschaft. Trotz allem bewahrte sich die Stadt den namen eines kulturellen und intellektuellen Zentrums.

Gründung


Will man aber von ganz vorn beginnen, so muss man bis ins Jahr 966 zurückgehen. Da wird Brüssel erstmals als Bruocsella (Kapelle im Sumpf) in einer Urkunde Otto des Großen erwähnt. Dieser Name geht auf die Gründung einer Kapelle auf einer Insel im Flüsschen Zenne zurück, die Bischof Saint Gorik im 6. Jahrhundert gegründet haben soll. Spätestens durch die Gründung einer Festung im 10. Jahrhundert und dem Bau einer Stadtmauer wurde Brüssel zu einer richtigen Stadt und im Mittelalter dann ein Anziehungspunkt für Handwerker und Händler.

Mittelalter


Unter der Herrschaft des Herzogs von Brabant erlebt Brüssel eine wirtschaftliche Blüte. Manufrakturen und Handwerksbetriebe werden errichtet und auch die Zunfthäuser am Grand Place. Durch Heiratspolitik wird Brüssel zu Beginn des 15. Jahrhunderts Hauptstadt von Burgund, wenig später, 1477, habsburgisch, nachdem Maria von Burgund Kaiser Maximilian heiratet.

Habsburger


Im 16. Jahrhundert gehört Brüssel zu Spanisch-Niederlande, wird mit einer kurzen Unterbrechung wieder Hauptstadt von Burgund und zieht viele neue Einwohner an. Doch der wirtschaftliche Aufstieg hat ein jähes Ende, als die katholischen Herrscher die Protestanten des Landes gnadenlos verfolgen. Die Grafen Egmont und Hoorne werden 1568 auf dem Grand Place hingerichtet, nachdem sie 1566 einen Aufstand gegen die spanischen Besatzer und die Inquisition angeführt hatten. Die wirtschaftliche und intellektuelle Elite Brüssels wandert ab, unter anderem nach Amsterdam.

Zeit der Kriege


Nach dem Dreißigjährigen Krieg zwischen Österreich und Spanien auf der einen Seite und Frankreich und den Niederlanden auf der anderen, wurde Brüssel im Westfälischen Frieden wieder der Spanisch-Niederlande zugesprochen, während die nördlichen Niederlande unabhängig werden. Zwischen 1672 und 1678 führt der französische König Ludwig der XIV. Krieg gegen die Niederlande und zerstört den Grand Place durch Kanonenfeuer. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gewinnen die österreichischen Habsburger die südlichen Niederlande im Spanischen Erbfolgekrieg wieder zurück.

Unabhängigkeit


In den Folgenden Jahrzehnten wird Brüssel wieder wirtschaftlich erfolgreich, auch bedingt durch einen Kanalbau zur Nordsee, der den Export ankurbelt. Mit der französischen Revolution 1789 kommt das ganze Gebiet wieder unter französische Herrschaft, jedoch nur bis zur Niederlage Napoleons 1815 in Waterloo. Danach wird es mit den nördlichen Niederlanden zu einem Königreich unter Wilhelm von Oranien vereinigt. Doch die Unterschiede zwischen protestantischen Norden und katholischem Süden führen bald zu Konflikten und so kommt es zur belgischen Revolution. In deren Folge entstehen zwei neue Königreiche: die Niederlande und Belgien, Brüssel wird Hauptstadt. Doch nicht alle Streitigkeiten sind beigelegt: bis heute gibt es in Belgien eine Spaltung zwischen niederländisch-sprechenden Flamen und franzöisch-sprechenden Wallonen.

20. Jahrhundert


In den beiden Weltkriegen wird Belgien von Deutschland okkupiert, Brüssel bleibt jedoch weitgehend verschont. In den 30ern wird Brüssel zweisprachig. Zur Europastadt steigt Brüssel 1958 auf, als die EWG hier ihren Hauptsitz einrichtet, die NATO zieht 1967 nach.

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